Quartierverein Wipkingen

 

 

Die Fotomontage des Quartiervereins zum «Triangoli-Projekt» an der Breitenstrasse sieht ziemlich massiv aus… habt Ihr übertrieben?
Bernhard Rosner: Wir verfügen nicht über ganz präzise Daten, aber die Montage müsste auf einen Meter genau stimmen. Die einzelnen Dreiecke sind rund 20 Meter hoch. Mit dieser Form kann man einerseits die Lärmimmissionen reduzieren und andererseits für möglichst viele Wohnungen die Aussicht gewährleisten.

Warum will die Genossenschaft Denzler so hoch bauen?
Die Spezialvorschriften zur Arealüberbauung (Flächen ab 6000 Quadratmeter) erlauben eine dichtere Grundstücknutzung. Das bringt finanzielle Vorteile für die Bauherrschaft. Man ist immer im Clinch: Einerseits sollten die Bauten gut aussehen und wohnlich sein, andererseits will man möglichst günstige Wohnungen.
Auf eitel Freude wird dieses Projekt wohl kaum stossen…

Die Genossenschafter haben das Projekt gutgeheissen
– sie profitieren dank der Gebäudehöhe von relativ günstigen Mietzinsen (Mittelwert 1200 Franken für 3 Zimmer). Anders sieht es natürlich bei den Anrainern aus – den Häusern auf der anderen Strassenseite haben keine Aussicht mehr, dafür mehr Schatten…

Der Quartierverein hat bei der Genossenschaft
vorgesprochen – mit welchem Ziel?

Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Bauherrschaft
Gesprächsbereitschaft zeigt. Wir möchten
uns dafür bedanken, dass wir Gelegenheit hatten,
unsere Bedenken bezüglich des Projektes zu
formulieren.

Und wie habt Ihr argumentiert?
Es ist klar, dass an dieser guten Lage verdichtet
gebaut wird. Aber wir würden eine etwas sanftere
Form begrüssen… dass man vielleicht auf Kosten
der Rendite oder mit etwas höheren Mietzinsen
auf ein bis zwei Stockwerke verzichtet. Zwar ist
dann immer noch eine Einschränkung der Nachbarn
da, aber etwas weniger gravierend. Wenn
man baut, muss man ja auch bedenken, dass ab
einer bestimmten Gebäudehöhe soziale Probleme
kommen und die «gute» Mieterschaft kleinere
Bauten bevorzugt.

Hat die Baugenossenschaft Denzler ebenfalls
Gesprächsbereitschaft signalisert?

Immerhin wollen sie überprüfen, wie genau die
Fotomontage mit ihren Plänen übereinstimmt.
Wir bleiben im Gespräch.
Interview: Ursula Wild

Bernhard Rosner (33)
ist Architekt und Vorstandsmitglied im Quartierverein Wipkingen. Zusammen mit Präsident
Beni Weder hat er mit der Genossenschaft Denzlerstrasse über das Bauprojekt an der Breitensteinstrasse gesprochen.

Problematik der Arealüberbauung

Ein grosser Bauherr, der über mindestens 6000 Quadratmeter zusammenhängende Fläche verfügt, darf viel höher und dichter bauen als ein «normaler » Grundeigentümer. Dies führt zu einer grossen Ungleichheit zwischen den Bauherren, die als ungerecht empfunden wird. Die Sondervorschriften der
Arealüberbauung erlauben, dass mitten in Wohngebieten mit dreistöckigen Häusern «ortsfremde
Elemente» mit bis zu 9 Stockwerken entstehen: Aussicht ade – Sonne ade. In Wipkingen sind mehrere
Arealüberbauungen geplant – am Griesernweg, an der Tièchestrasse und an der Breitensteinstrasse.
Weitere Areale könnten folgen.


Prospekt

Prospekt der BG Denzlerstrasse zum Bauprojekt