Quartierverein Wipkingen

Der Bahnhof – eine Riesenchance für Wipkingen

Der Bahnhof Wipkingen steht zum Verkauf. Das ist die Chance, den schönen Röschibachplatz als Dorfzentrum für die nächsten Generationen zu sichern. An der Schaltstelle steht die SBB

Für rund 1 Million bzw. dem Meistbietenden steht der Bahnhof Wipkingen zum Verkauf. Das Gebäude in die Jahre gekommen, ist aber ein Zeitzeuge des «Neuen Bauens» (wie Schulhaus Waidhalde und ref. Kirchgemeindehaus). Städtebaulich also eine kleine Trouvaille, wenn ein kleines Face-Lifting vorgenommen würde.

Quartierverein Wipkingen will den «Röschi» sichern

Der Quartierverein hat keine Million. Aber die Adolf Walder Stiftung (Wohltäter von Wipkingen, verstorben 1955) verfügt über einen ansehnlichen Kapitalstock. Gespräche im Stiftungsrat laufen: Ziel ist es, den Bahnhof für Wipkingen zu kaufen. Damit könnte er gezielt für Quartierzwecke zur Verfügung stehen: Sitzungssaal, Jugendtreff, Reisebüro etc. Die Wipkinger/innen hätten etwas «Boden-Ständiges» in der Hand und das Kapital der Stiftung würde sich nicht weiter durch die Inflation entwerten.

Hochhäuser wären vom Tisch

Damit würde der Röschibachplatz endgültig der Spekulation entzogen. Er ist der letzte Platz in Wipkingen, der ein bisschen Dorfgefühl gibt und war in den letzten Jahren vom Bauboom arg bedroht. Nur dank dem Zufall und des Engagements von Urs Räbsamen (neuer Eigentümer von Café Bar Nordbrücke) ist uns ein grosser Betonklotz erspart geblieben. Die SBB hat hier das letzte Wort, und wir hoffen inständig, dass die Quartierfreundlichkeit stärker ist als das Profitdenken.
Vorgeschichte Bahnhof Wipkingen

Die Wipkinger mussten wie Löwen für ihren Bahnhof kämpfen. 1856 wurden die Schienen durch unser Quartier gelegt – ohne Halt bis Oerlikon! Die Dampflokis hätten an der Steigung kaum wieder anfahren können. Alle Gesuche für einen Bahnhof scheiterten.

Um 1920 begann die Elektrifizierung der Eisenbahnen. Jetzt wurden die Wipkinger wieder vorstellig – ebenfalls ohne Erfolg. Erst eine Unterschriftensammlung und der politische Druck des Quartiervereins brachten die Sache ins Rollen.

1932 – endlich war er da. Und wie: der Bahnhof Wipkingen lag 1939 mit 17'000 verkauften Abonnenten schweizweit auf dem 3. Rang (hinter Winterthur und HB). Allerdings spielten sich die Hauptfrequenzen vor allem zwischen HB und Wipkingen ab – für die SBB wenig interessant. Ab den 70-er Jahren schloss sie die Schalter und liess einen unbedienten Bahnhof zurück. Dank der IG Bahnhof Wipkingen sind seit 1997 die Schalter wieder offen – das Reisebüro ist finanziell gesund und ein wichtiger Dienstleister für die Bevölkerung.