Wildhüter Ernst
Nüesch - zuständig für Zürich Nord - über die Stadtfüchse

1200 Stadtfüchse in Zürich
In der Stadt Zürich leben rund 1'200 Stadtfüchse in unmittelbarer
Nachbarschaft zur Bevölkerung. Das mengenmässige und qualitativ hohe
Nahrungsangebot zieht sie magisch an. In Wiedikon wurde Test halber der
Abfall während sieben Tagen eingesammelt und auf essbares durchsucht.
Resultat: Mit der gefundenen Menge könnten sich 372 Füchse 10 Jahre lang
ernähren!

Geschrei in der Nacht
In den kalten Wintermonaten Dezember und Januar ist Paarungszeit (Ranzzeit).
Nachts hört man die Rüden auf der Suche nach einer Fähe schreien. Nach rund
50 Tagen Tragzeit bringt die Fähe ihre Jungen zur Welt je besser das
Nahrungsangebot, desto mehr Junge wirft sie.

Anfang Juni scheucht sie ihre Jungen aus dem Bau. Dann
ist wieder nächtelanges Geschrei hörbar und die Beschwerden der
Quartierbewohner nehmen zu. Rund 200 Reklamationen gehen bei den städtischen
Wildhütern pro Jahr ein.

Fütterung grosses Problem
Ein grosses Problem stellt die Fütterung der Füchse durch die Bewohner dar.
Der Fuchs ist ein Wildtier und sollte unbedingt NICHT gefüttert werden. Die
zahmen Füchse sind nämlich das grosse Problem.
Nüesch: "Haben sie die natürliche Angst vor dem Menschen verloren, so
beissen sie auch einmal zu". Rund drei bis vier Fuchsbisse zählt man in
der Stadt Zürich pro Jahr.
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300 Füchse überfahren
Natürliche Feinde haben unsere Stadtfüchse keine mehr. Ihr grösster Feind
ist der Verkehr. Rund 300 Füchse werden jährlich überfahren.
Fuchsjagd
Die Stadt Zürich ist ein Wildschongebiet. Von
Februar bis Ende Juni ist Schonzeit für die Füchse. Während der andern
Jahreszeit können zahme Problemfüchse gefangen werden. Dabei wird eine
Kastenfalle benutzt.
Der richtige Köder
Grösste Schwierigkeit für den Wildhüter ist es herauszufinden, auf welchen
Köder der Fuchs anspricht. Im Wald ist es einfach: Ein Stück angekohlte
Cervelat aus einem Grillfeuer wirkt meistens. Schwieriger wird es, in
der Nähe der Siedlungen den richtigen Köder zu finden - manchmal wirkt
Katzenfutter - weil sich der Fuchs gewohnt ist, es aus Futternäpfen,
die vor Haustüren herumstehen zu essen.

Katzen und Füchse
Katzen und Füchse gehen einander aus dem Wege. Jeder Fuchs weiss, dass
Katzen kratzbürtige Wesen sind und darum macht er einen einen grossen Bogen
um sie.
Fuchsspuren
Die Fuchsspur verläuft in einer geraden Linie dem so genannten Fuchspass.

Füchse sind Gewohnheitstiere
Füchse gehen immer am selben Ort durch. Nacht für Nacht durchstreifen die
Fähen auf Nahrungssuche ihr relativ kleines Revier .

Rüden wandern weiter
Die Rüden durchstreifen auf ihren Zügen mehrere Reviere von Fähen und
Reviere anderer Rüden.

Tollwut ausgerottet
Seit den 70 er Jahren des letzen Jahrhunderts ist die Tollwut bei den
Füchsen ausgerottet. Ein Problem stellt jedoch der mit dem Kot des Fuchses
auf den Menschen übertragbare Fuchsbandwurm dar. |
Fuchskot kann gefährlich
sein

Der Fuchs kotet gerne auf Erhöhungen. Sein Kot erkennt
man an den zu einer Spitze laufenden Enden.
Findet man Fuchskot im Garten, so sollte man ihn mit einem Robidogsack
auflesen und entsorgen. Anschliessend sollte man unbedingt die Hände gut
waschen.
Kälteresistente Fuchsbandwurm Eier
Die Eier des Fuchsbandwurm können Temperaturen bis minus 60 Grad überstehen!
Temperaturen über 60 Grad überleben sie hingegen nicht. Gekochtes
Gartengemüse stellt darum keine Gefahr für den Menschen dar. Trotzdem ist
Vorsicht angebracht. Rund 3 -4 Personen erkranken in der Schweiz pro Jahr an
Fuchsbandwurm. Die Diagnose ist schwierig, weil die Inkubationszeit bis 15
Jahre betragen kann. Der Bandwurm befällt die Leber und die Betroffenen
müssen mit massiven Einschränkungen ihrer Lebensqualität leben.
Nicht jeder Fuchs hat den Bandwurm
Nur jeder dritte Fuchs ist Träger des Bandwurms und - zum Glück für den
Menschen - nur einer von 1'000 Füchsen sondert lebende Eier in seinem Kot
aus.

Übertragung durch Mäuse
Der Bandwurm wird durch Mäuse auf den Fuchs übertragen. Je mehr Mäuse ein
Stadtfuchs fängt und isst, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er mit
dem Bandwurm infiziert wird.
Befall schwankt je nach Lebensraum
Da das Nahrungsangebot in den Siedlungen gross ist,
frisst der Stadtfuchs weniger Mäuse als im Wald. Untersuchungen haben
gezeigt, dass die Füchse im Üetlibergwald zu 54 % mit dem Bandwurm befallen
sind, Füchse rund um den Hauptbahnhof jedoch nur zu 19 %.
Eisfuchs

Im schwachen Eis des Katzensee eingebrochener Fuchs.
Fuchsdichte in Stadtmitte grösser
Die Fuchsdichte nimmt mit der Nähe zur Stadt zu. Das grosse Nahrungsangebot
zieht die Füchse aus den Wälder an. Wir werden also mit den Füchsen leben
müssen - irgendwann begegnen wir den Füchse auch an der Bahnhofstrasse.
Appell des Wildhüters: Vermeiden wir Abfall
Eindämmen können wir die Fuchswanderung nur, wenn das Nahrungsangebot
kleiner wird:
- Vermeidung von Abfall
- KEIN Katzenfutter vor den Türen
- NICHT füttern!
- Decken der Komposthaufen |