Quartierverein Wipkingen

Die S14 hält weiterhin in Wipkingen!

Der Quartierverein, ZVV und die Stadt Zürich haben bei der SBB erreicht, dass die S14 weiterhin  in Wipkingen hält!

Gespräch mit der ZVV am 25. März 2004

Herr Brühwiler, Leiter Verkehrsplanung bei den ZVV und ein Vertreter der VBZ standen einer Delegation aus QV-Vorstand, interessierten Parteien (FDP, Grüne, SP,
CVP) und Gruppierungen (IG Bahnhof, Gewerbe), Red und Antwort bezüglich der Frage, wie inskünftig der Bahnhof Wipkingen mit S-Bahnen versorgt werde.
Thematitisert wurde der nächste Fahrplanwechsel und längerfristige Perspektiven.

Ausgangssituation:

Wipkingen kann mit seinen gut 15'000 EinwohnerInnen als Kleinstadt bezeichnet werden, mit Höngg zusammen ergeben sich 30'000 mögiche NutzerInnen. Der
Bahnhof ist unbestrittenermassen gut frequentiert; von Pendlern, die in Wipkingen wohnen oder arbeiten, von BewohnerInnen die besonders die guten Verbindungen nach
Örlikon oder zum Flughafen schätzen. So benutzen z.B. täglich 1000 Personen die S14, welche auch den Fernverkehrsanschluss am HB garantiert. Das
Bahnhofreisebüro rentiert.

Aktuelle Veränderungen:

Beim nächsten Fahrplanwechsel richtet sich die ganze Schweiz an Zürich aus. Der Taktfahrplan im Fernverkehr soll verbessert werden. Grundsätzlich werden die
Schnellzüge näher zur vollen Stunde im HB ein- und ausfahren. Das führt zu einer grossen Belastung des HB und der Gleise um Zürich. Der Ausbau der Bahnstrecken
Richtung Osten hat zur Folge, dass mehr Schnellzüge über Wipkingen fahren und die S14 verdrängt wird. (Dies ist durch eine neue Verordnung möglich, die den
Regionalverkehr dem Fernverkehr unterordnet.)

Die ZVV setzt sich sehr dafür ein, die S14 nicht ganz zu streichen, weil sie für viele BewohnerInnen des Züricher Hinterlandes eine zentrale Anbindung an die Stadt
darstellt. Aktuell scheint die Lösung, die S14 fünf Minuten später im HB Zürich einfahren zu lassen, die beste zu sein. Allerdings sind dann die Anschlüsse an die
Schnellzüge nicht mehr garantiert.
Dies gilt allerdings nur solange, als keine Doppelstockwagen eingesetzt werden. Mit diesen wäre ein neues Verkehrsregime möglich, und dann würde die S14 den
Bahnhof Wipkingen ohne Halt durchfahren - um dem Hinterland das Umsteigen in die Schnellzüge zu garantieren.

Langfristige Perspektiven:

Mit der Eröffnung des Waidbergtunnels und des neuen Westbahnhofs (geplant 2013, realistisch 2020) dürfte sich die Situation für uns drastisch ändern. Die S-Bahnen würden grundsätzlich über den Durchgangsbahnhof und den Waidbergtunnel geführt und den Bahnhof Wipingen nicht mehr durchfahren.

Dafür muss mit ca. 16 Schnellzügen pro Stunde gerechnet werden, die über den Wipkinger-Viadukt ohne Halt unser Quartier durchqueren. Dann wäre nur noch ein Zughalt im Halbstundentakt für Wipkingen möglich. Die ZVV will sich dafür einsetzen, dass der Bahnhof Wipkingen auch längerfristig im Viertelstunden-Takt frequentiert wird. Dies kann gewährleistet werden durch weitere S-Bahn-Stopps, durch den Halt eines Fernverkehrszug oder durch einen Shuttle-Bus HB-Örlikon. Dazu braucht es aber intensives Lobbying.

Stellungnahme der Anwesenden:

Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass in den nächsten Jahren ein intensiver Einsatz für unseren Bahnhof notwendig wird. Dazu sind einerseits die Quartierorganisationen wichtig, andererseits muss auch die Stadt Zürich vermehrt eingebunden werden. Es wird geprüft, ob gegen die laufende Fahrplanauflage bei der Stadtkanzlei Einspruch erhoben wird. Und übrigens: die Wipkingerinnen und Wipkinger haben viel Erfahrung im Kampf um ihren Bahnhof. Schon das jetzt bestehende Gebäude und die Garantie von Zugstopps wurde in langen Jahren hart erkämpft. Der QV war hier auch im vorletzten und letzten Jahrhundert federführend.

Ines Schlienger